Guten Morgen zusammen,
geweckt wurden wir heute nicht von der Sonne, sondern vom einem Wecker… an einem Samstag im Urlaub…! Nicht ganz der Traum eines ersten Urlaubstags, aber das „musste“ so sein, denn um 08:40 hatten wir eine Führung „hinter den Kulissen“ im Miniaturwunderland gebucht.
Vorher mussten wir aber noch unseren Stellplatz bezahlen. Um 08:00 sollte die Rezeption geöffnet sein, der Rezeptionist war aber mit Schnacken beim Einweisen neuer Camper beschäftigt. Folge dessen: Egal wir in unseren kleinen Beibooten ruderten, wir kamen vier Minuten zu spät zu unserer Tour und diese war schon hinter dem Horizont verschwunden. Ärgerlich, sehr ärgerlich!
Das Miniaturwunderland ist aber bekannt für seine Detailgenauigkeit, technische Finessen in der Miniaturisierung, aber auch für die Fantasie, welche die Modellbauer immer wieder an den Tag legen. Die Gründer des MiWuLa sind zudem für ihren Philanthropismus bekannt: Sie haben ihr Personal während Corona wohl voll durchbezahlt, bieten kostenlosen Eintritt für Bedürftige an, organisieren jedes Jahr eine Spendenaktion, bei der sich auch das MiWuLa beteiligt und engagieren sich stark im Umweltschutz. Wen wundert es daher, dass uns der verpasste Eintritt gutgeschrieben wurde und wir diese Tour nun nach unserem UK-Trip nachholen können, den Termin dafür haben wir direkt gebucht, Hamburg sieht uns also in vier Wochen schon wieder.
Wir haben den Tag dann aber genutzt, um die Anlage „normal“ zu besichtigen und wenn ich „den Tag“ schreibe, meine ich auch genau das. Inklusive Mittagspause im MiWuLa-Restaurant waren wir acht Stunden drin und angefühlt hat es sich wie drei. Viel verändert hat sich seit unserem letzten Besuch nicht, aber man findet immer wieder neue, kleine Details und sieht nun erste große Teile des Regenwaldes und der Atacama-Wüste, die damals nur angekündigt wurden. Ich finde es faszinierend, wie unterschiedlich die einzelnen Bereiche gestaltet wurde. Angefangen von Kiruna in Nordschweden mit Eis und Schnee, Gletscherfeldern und Bergbau, über Mitteldeutschland mit dem riesigen Flughafen, Italien mit Venedig, Monaco mit der Formel 1 Rennstrecke, wo durch Tagesformen der Rennfahrer, Brems- und waghalsige Überholmanöver jedes Rennen anders verläuft, Österreich und die Schweiz, deren Berge sich über mehrere Stockwerke erstrecken, bis nach Südamerika und nun die Wüste.
Aber die Anlage braucht ein Konstantes Klimas und vor allem eine konstante Feuchtigkeit, acht Stunden in einem auf ca. 22 Grad klimatisierten Gebäude und dann auf einen Schlag in das 38 Grad heiße Hamburg, war wie der bekannte Sprint gegen eine Wand. Wir sind also erst mal zurück zu unserem Dickerchen, haben die Markise ausgefahren, die Stühle rausgestellt und ein kühles Kaltgetränk genossen. Unser kleines Schiff lag ruhig im Hafen, während draußen die Hitze wie eine schwere See wütete.
Als es abends dann abgekühlt hatte, sind wir mit den Rädern noch einmal vor an die Landungsbrücken gefahren und haben ein weiteres Fischbrötchen genossen. Gegen 23:00 Uhr war es dann nicht nur draußen dunkel, sondern auch bei uns ging das Licht aus. Zeit, in die Kojen zu kriechen und das Logbuch für diesen Tag zu schließen.
Morgen schauen wir uns dann den weissen Schwan an, die Cap Sandiego. Unzählige Male bin ich schon dran vorbei und habe sie bewundert, aber drin war ich (soweit ich mich erinnern kann) noch nicht.
Die letzten Worte dieses Blogbeitrags kommen daher passenderweise heute aus der Seefahrt:
„Ein Schiff im Hafen ist sicher, doch dafür werden Schiffe nicht gebaut.“