Adrenalin und Geschichte an Ostsee und Atlantik - 2026: Tag 03 (DE: Soltau)

Ahoi nach draußen,

der heutige Tag begann entspannt, wir haben weitgehend ausgeschlafen. Die Kombination aus Hitze, Radfahren und dem langen Wachbleiben kostet dann doch Kraft. Dennoch hatten wir heute ein klares Ziel. Also sind wir gegen 10:00 Uhr aus der Koje gesprungen, haben uns fertig gemacht und sind noch einmal hinunter zu den Landungsbrücken gefahren.

Dort liegt sie: der letzte weiße Schwan einer Flotte von ehemals sechs baugleichen Frachtschiffen. Sie zählte zu den größten und schnellsten Frachtern ihrer Zeit, verfügte über ein „Kreuzfahrtdeck“ mit Kabinen, Salon und Pool und war sogar an einer Rettungsaktion auf hoher See beteiligt.

Nach über 300 Fahrten nach Nord- und Südamerika musste sie ihren Dienst einstellen, da die großen Containerschiffe einfach lukrativer waren. Die Rede ist von der Cap San Diego.

Ich finde es wirklich beeindruckend, wie viel Arbeit der Betrieb eines solchen Schiffes macht, nicht nur damals im aktiven Liniendienst, sondern auch heute im Erhalt. Es handelt sich hier um das größte noch fahrfähige Museumsschiff, das man nicht nur als Hotel nutzen, sondern auch für Fahrten buchen kann. Und auch wenn das Schiff im Vergleich zu heutigen Frachtern klein ist, sind die Ausmaße gigantisch. Allein der Zylinderkopfdeckel des Neunzylinders wiegt so viel wie unser gesamtes Wohnmobil.

Mit 90 Minuten hatten wir den Besuch geplant, zweieinhalb Stunden sind es geworden. Anschließend sind wir zurück zum Dickerchen, haben ver- und entsorgt, und dann hieß es: Leinen los und Segel setzen, Kurs gen Soltau.

In Soltau haben wir dann auf dem Parkplatz festgemacht und sind noch ein wenig spazieren gegangen, bevor das Gewitter begann. Geduscht im Wohnmobil, eingekuschelt in die Kojen, haben wir dann auch zügig geschlafen, bis… ja, bis „nette“ Camper kamen. Wer in Soltau auf dem Parkplatz übernachtet, braucht ein Ticket für die Einfahrt und eines für die Ausfahrt. Die Schranke öffnet sich durch die Erkennung des Kennzeichens. Diese 20 € für einen Tag wollten sich unsere Nachbarn sparen und haben deswegen ab 22:00 Uhr vor der Schranke gewartet. Um 0:01 Uhr sind sie dann mit ihrem Wohnwagen auf den Parkplatz gefahren und haben sich nicht einfach zu den anderen Wohnmobilen gestellt und geschlafen, sondern mit viel Krach, quietschen und Gerede die Hubstützen heruntergeleiert, die Kinder sind laut schreiend durch den Regen gerannt und wurden anschließend von den Eltern mit der Taschenlampe quer über den Platz gesucht. Rücksichtnahme ist nun mal nicht jedermanns Stärke.

Wir haben alles in allem aber dennoch gut geschlafen und freuen uns auf den nächsten Tag. Beim letzten Besuch durfte Leon im Heidepark noch nicht viel fahren, nun darf er aber so gut wie alles fahren und freut sich auf eine stattliche Zahl, für ihn neuer Achterbahnen.

In diesem Sinne, Ahoi!
“Wir können den Wind nicht bestimmen, aber wir können die Segel richten.“


PS: Die Bilder von gestern sind nun auch online, das geht am Notebook aber eben viel einfacher, als am Tablet.

 

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