Moin und ahoi zusammen,
viel ist die letzten Tage nicht geschehen, aber der Blog sollte wieder auf aktuellen Kurs gebracht werden, also gibt es heute gleich drei Tage im Logbuch.
Vorgestern: Kurzherbst im Sommerhafen
Dienstag war ein klassischer Hafentag: lange schlafen, ausruhen und den Tag langsam angehen. Das Wetter war grau, viel Sprühregen und kühl, eher Kurzherbst als Sommerferien und Ostseesommer. Nach dem Frühstück sind wir einkaufen gefahren und haben den Kühlschrank wieder aufgefüllt. Keine Ahnung ob die Kinder zum Piranhia wurden oder wie einen Klabautermann an Bord haben, aber der Kühlschrank leert sich schneller, als man schauen kann. Die Kids und vermutlich auch der Klabautermann blieben im Haus, bloß nicht zu viel bewegen, wenn draußen sowieso nur Niesel und Wolken warten.
Abends gab es dann ein richtiges Highlight unter Deck: Gefüllte Paprika mit Tomatensoße und Brot. Vielen Dank an den "Smut Olli", für dieses großartig leckere Essen. Gefüllte (ungarische) Paprika habe ich schon viele gegessen, aber noch nicht so gut. Spätestens da stand dann aber auch der Beschluss fest: Mit diesem Essen für kühle Tage geht der Kurzherbst zu Ende und der Sommer kommt zurück. Das deckt sich auch mit dem Wetterbericht... ...jetzt muss nur das Wetter sich noch daran halten.
Gestern: Geteilte Kurse, gemeinsamer Hafen
Gestern gab es nach gemeinsamem Frühstück getrennte Wege. Wir waren zu Besuch bei Familie, die aktuell auf ihrem Dauerstellplatz in Sütel sind, der letzte Besuch dort war schon viel zu lange her. Nicht nur wegen der Familie, sondern auch wegen der Ostsee, wäre ich viel öfter hier - wären da nicht die knapp 700km Autobahn dazwischen. Auf dem Weg dorthin haben wir noch in Heiligenhafen gestoppt und in der dortigen Fischhalle ein Fischbrötchen gegessen, ganz nach dem Motto: "Ein Leben ohne Fischbrötchen ist möglich, aber sinnlos". Es war ein gemütliches Beisammensein und abends ging es zum Essen ins Spinnaker. Lara hatte Dorsch in Dijon-Senfsoße, Chrissy einen Fischteller mit Blattspinat und Selleriekartoffeln, Leon ein medium rare Rumsteak mit Pommes und ich Sauerfleisch mit Bratkartoffeln. Einmal quer durch die Kombüse der Küste und wie immer dort alles sehr lecker.
Nina, Domi und Olli haben währenddessen einen Abstecher nach Eckernförde gemacht, wo es endlich Marineschiffe zu sehen gab und es gab auch einen Besuch in der Bonbonfabrik. Vielen Dank für die leckeren Mitbringsel. (Salz) Lakritz in der Form kennen die Südhessen und Mitteldeutschen leider nicht, umso mehr genieße ich ees hier oben. Abends saßen wir dann noch auf ein gemeinsames Getränk im Esszimmer zusammen und der Tag ging ruhig und zufrieden zu Ende. Zwei verschiedene Kurse, ein gemeinsamer Abendhafen, eine eingespielte Besatzung.
Heute: Strandtag mit Luftangriff
Heute hat der Tag spät begonnen, spätes Frühstück, der typische Rhythmus eines Ferienhafens. Auf der Suche nach Lachsfilet und Garnelen sind wir zum Fischgeschäft gefahren. Garnelen an der Ostsee waren aber nicht zu bekommen, mit dem Hinweis auf die Nordsee. Irgendwie klar, wer kennt sie nicht, die "Baltic Sea Tiger Garnelen", die in großen Schwärmen durch die Ostsee ziehen.
Ansonsten war heute Strandtag, ohne große Vorkommnisse – bis auf ein Ereignis, das in jedes Bordtagebuch gehört: Der Feind kommt meistens aus der Luft. Der Kleinste mümmelte friedlich sein Käsebrötchen auf der Strandecke und war durch sein Mobiltelefon angelenkt, als der Angriff kam. Auskundschaften der Lage, Sturzflug von obe und eine Möwe klaut das Oberteil des Käsebrötchens; Unterseite plus Käse blieben ihm. Dreist die Biester, aber nicht dumm und wie man sieht, haben sie immer wieder Erfolg: Fressen ohne großen Aufwand. Das darauffolgende Wurstbrötchen verspeiste Leon dann sicherheitshalber ohne Teilen, gut geschützt unter dem Sonnenschirm.
Nun sind alle geduscht, und das Abendessen steht kurz bevor: Spaghetti mit Spinat, Lachs und Tomaten. aber eben ohne Garnelen. Ich bin mir aber sicher, es wird trotzdem genauso lecker.
Zum Abschluss dieser drei Tage zwischen Kurzherbst, Familienhafen, Bonbonfabrik und Strandmöwe verabschiede ich mich heute mit einem "Zitat" von mir ;)
„Auf jeder Reise gibt es Tage voller Sturm, Tage voller Sonne und Momente, in denen selbst ein geklautes Brötchen zur kleinen Seeschlacht wird.“